Anny Hwang - Pianistin

Ein Klavierabend der Extraklasse
 
Jungpianistin Anny Hwang gibt ihr Debüt in Zweibrücken
 
Erst 22 Jahre alt ist Musikvirtuosin Anny Hwang. Im voll besetzten Wintergarten der Zweibrücker Festhalle bot sie den 200 Besuchern einen wahren Schmaus für Ohren und Augen.
 
Von Merkur-Mitarbeiter
Marco Wille
 
Zweibrücken. Die Konzertreihen der Mozartgesellschaft Zweibrücken-Bitche-Pirmasens sind in aller Regel sehr gut besucht, oft sogar ausverkauft. Am Sonntagabend musste der Veranstalter sogar noch zusätzliche Stühle bereitstellen. 200 Besucher wollten sich das 3. Kammermusikkonzert der diesjährigen Veranstaltungsreihe des Vereins nicht entgehen lassen.
Um Punkt 18 Uhr betrat unter starkem Beifall eine zierliche und schüchtern wirkende junge Dame asiatischer Abstammung die Bühne des Wintergartens in der Festhalle. Es handelte sich dabei um Anny Hwang, eine der herausragenden jungen Pianistinnen unserer Zeit. Die gerade erst 22-jährige Ausnahmemusikerin gab ihr Debüt in der Rosenstadt. Sie begann sogleich mit ihrem ersten Stück (Sonate c-moll Hob.XVI:20), eine der sechs Sonaten, die von Joseph Haydn stammen und den Fräuleins Katharina und Marianna Auenbrugger gewidmet waren.
Im Alter von drei Jahren bekam die in Deutschland geborene Anny Hwang ihren ersten Klavierunterricht. Studiumsplätze der Hochbegabungsförderung in Salzburg, der Uni der Künste in Berlin oder aktuell in Paris zeichnen ihre Vita. Ebenso wie zahlreiche Wettbewerbserfolge, Stipendien und Auszeichnungen. Es war nicht nur ein Schmaus für die Ohren, den Klängen der Musikerin zu den Werken Ludwig van Beethovens, Franz Liszts Ballade Nummer 2 oder den beiden Frederic Chopin´s Stücken und abschließend dem „Jeux déau“ von Maurice Ravel zuzuhören.
Normalerweise verfolgt ein Teil des Publikums solche Klassikkonzerte mit geschlossenen Augen. Bei der Darbietung von Anny Hwang jedoch reckten sogar ab und zu die Gäste in den hinteren Reihen ihre Hälse in die Höhe, um die geschmeidigen Bewegungen der Spielerin anzusehen. Mit ihrem jungen Alter beherrscht sie ihr Instrument schon in Perfektion. Mal gleitet sie sanft mit den Fingern über die Tasten des Flügels, dann wieder in hoher, schneller Frequenz. Mit ihren Körperbewegungen, gesenktem beziehungsweise erhobenem Blick untermalt sie die Stimmung der Stücke auch visuell. Ein Notenblatt benötigt sie nicht.
 
Am Klavier ist Anny Hwang in ihrem Element. Foto: Marco Wille
 
 
Brodeln und vibrieren
Reine Klavierabende, in denen ein Akteur zwei Stunden allein musiziert, haben in Zweibrücken keine Tradition.
Umso erfreulicher war es, dass das Sonntagabendkonzert mit der Pianistin Anny Hwang ausverkauft war.
Auch die Mozartgesellschaft hat selten ein solches Konzert geboten. Pianistin Anny Hwang verblüfft mit Chopin und Liszt in rasanter Jagd.
 
.... Das begeisterte Publikum, das im Wintergarten noch zwei zusätzlich aufgestellte Stuhlreihen dicht besetzte, fragte sich bestimmt immer wieder, wo denn in diesem zarten Persönchen, das im evangelischen Krankenhaus in Zweibrücken zur Welt kam, die Kraft für die häufigen Oktav-Gewitter und das Donnergetöse einiger Passagen versteckt ist. Sie scheint wohl Stahlsaiten in den Fingern zu haben. Bei der Wiedergabe von nicht weniger als zehn einzelnen Sätzen und Werken staunten die Zuhörer über ihre reife Interpretation.
 
Da war kein leeres, oberflächliches Tastengeklingel zu hören, die erfahrene Hand ihrer prominenten Lehrer und Berater schlug sich in stimmigen, manchmal direkt mitreißenden Interpretationen nieder. Die Art, wie schnell sich die junge Pianistin, die selbst nach den schwierigsten Episoden lächelte, auf ein völlig anders angelegtes Werk umstellen konnte, führte zu einem sehr eindrucksvollen, glaubwürdigen und spannenden Klavierabend.
 
... Anny Hwang spielte fehlerfrei, arbeitete die Kontraste zwischen verträumt-meditativen Abschnitten und furiosen, motorischen und kräfteraubenden Passagen mit bewegender Musikalität aus....
 
VON KARLHEINZ DETTWEILER
 
 
Bericht aus der Rheinpfalz vom 11.12.2011

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